… dann hätte Ihr Unternehmen den Wechsel vom autoritären zum emotional intelligenten Führungsstil bereits vollzogen. Erfahren Sie in diesem Artikel was Führungskräfte vom Fußball lernen können.

Vor weniger als zehn Jahren gaben noch „Alpha-Tiere“ wie der heutige ZDF-Fußballexperte Oliver Kahn oder Michael Ballack die Richtung in Spitzenteams wie dem FC Bayern München oder der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor. Diese Charaktere konnten mit wenigen Worten die Mannschaft hinter sich vereinen. Ihre Macht speiste sich aus den vergangenen Erfolgen und unbändigem Siegeswillen. Im modernen Fußball führen die kommunikativeren Köpfe Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm erfolgreiche Top-Teams. Während früher ein autoritärer Führungsstil zum Erfolg führte, zeichnet sich heute – wie auch in Unternehmen – ein Umsteuern zu Führungskräften mit hoher emotionaler Intelligenz (Führungskultur im Wandel, PDF) ab.

Teams in anderen Sportarten als dem Fußball, wie beispielsweise dem Feld-Hockey, vollzogen den Charakterwechsel ihrer Kapitäne bereits etwas früher. „Leitwölfe“ wie die ehemalige Kapitänin der Hockey-Nationalmannschaft Fanny Cihlar (ehemals Rinne) verkörpern diesen neuen Kapitäns-Typus. Sie sind sehr kommunikativ und versuchen verstärkt durch Überzeugungs- und Ausgleichsarbeit einen gemeinsamen Nenner in einer Mannschaft zu finden. Ziele sollen nicht mehr nur auf Basis verstärkter Willensanstrengung und aufgebauten Drucks erreicht werden, sondern vermehrt auf Basis gemeinsamer Werte und Mannschaftskultur.

Hohe Kommunikationsanforderungen in großen Teams

Wie im Sport bestehen Teams in Unternehmen oftmals nicht nur aus drei oder vier Mitarbeitern, sondern teilweise aus 20 oder mehr. Im Berufsalltag ist es für eine Führungskraft damit kaum möglich, jeden Tag in einen ausführlichen Austausch mit dem einzelnen Mitarbeiter zu treten. Darüber hinaus hat die Führungskraft in Unternehmen in den meisten Fällen neben der Aufgabe, seine Mitarbeiter zu führen, die Aufgabe, selbst operativ tätig zu sein. Somit bleibt für die Führungskraft im Unternehmen im Gegensatz zu einem Trainer und Coach im Sport weitaus weniger Zeit, um an der Weiterentwicklung des Einzelnen beziehungsweise des Teams zu arbeiten.

Hinzu kommt, dass Führungskräfte ihre knappe Zeit zum Führen und Coachen ihrer Mitarbeiter häufig nicht gerecht auf die einzelnen Team-Mitglieder verteilen. Stattdessen neigen Sie dazu, sich verstärkt mit den Mitarbeitern auszutauschen, die eine ähnliche Persönlichkeitsstruktur aufweisen, wie sie selbst. Die dadurch zwischen Führungskraft und einzelnen Mitarbeitern entstehenden guten Beziehungen werden in der Wissenschaft mit guten LMX-Beziehungen (Leader-Member-Exchange) beschrieben, basierend auf der Leader Member Exchange Theory. Eine gute LMX-Beziehung hat dabei eine positive Auswirkung auf die Leistung des einzelnen Mitarbeiters, wohingegen eine weniger gute LMX-Beziehung zu vergleichsweise schlechterer Leistung führt.

Leistungssteigerung durch Kapitäne in Unternehmen?

Ziel, im Sinne die Leistung möglichst vieler Mitarbeiter aus dem eigenen Team positiv zu beeinflussen, sollte demnach sein, die Beziehung zwischen möglichst vielen Team-Mitgliedern und der Führungskraft positiv zu gestalten. Ein Lösungsweg sowohl für die Zeitknappheit der Führungskraft als auch die persönliche Neigungsanfälligkeit bestimmte Persönlichkeiten im Austausch zu bevorzugen, könnte die (im übertragenen Sinne) „Ernennung“ und folgende Unterstützung eines Kapitäns oder „Leitwolfs“ innerhalb eines größeren Teams sein.

Diesem – im besten Fall – besonders geschulten Mitarbeiter kann die Führungskraft die Aufgabe übertragen, den regelmäßigen Austausch zwischen den Team-Mitgliedern zu fördern, um die Beziehungen innerhalb des gesamten Teams einschließlich Führungskraft positiv zu beeinflussen. Ein Kapitän kann in dieser Funktion außerdem wichtige Informationen gezielt und nachhaltig bei den Team-Mitgliedern platzieren, Stimmungen im Team frühzeitig erkennen und gemeinsam mit der Führungskraft entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Zudem kann ein richtig eingesetzter Kapitän die Führungskraft dabei unterstützen, die Ziele des Teams und Unternehmens in Einklang mit den individuellen Zielen der einzelnen Mitarbeiter zu bringen. Sie sind – wie auch Kapitäne in Mannschaften im Sport – Teil des Teams, stehen oftmals auf derselben Hierarchiestufe und können auf diese Weise ein wichtiges Bindeglied zwischen Führung und Mitarbeitern sein – mit positiver Auswirkung auf die Leistungen des gesamten Teams.

Quellen und weiterführende Links:

Studie „Führungskultur im Wandel“, Initiative Neue Qualität der Arbeit

Leader-Member-Exchange-Theorie, DORSCH Lexikon der Psychologie

Macht Euch locker!, ZEIT ONLINE

Woran Top-Manager scheitern, WirtschaftsWoche Online

Joachim Löw auch ein erfolgreicher Unternehmenslenker?

Entwicklungen im Spitzensport sind Google & Co. einen Schritt voraus

 

 

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