Blogfoto_Julian_NagelsmannNach Jürgen Klopp und Thomas Tuchel ist Julian Nagelsmann die nächste Generation eines etwas anderen Coach-Typus. Für Julian Nagelsmann sind es neben den fachlichen vor allem die sozialen Kompetenzen, die über nachhaltigen Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Im Alter von 28 Jahren hat er den Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim übernommen, den Nicht-Abstieg in der vergangenen Saison verantwortet und das Team in der aktuellen Saison Richtung Tabellenspitze entwickelt. In einem Gespräch mit Ross Dunbar von „The Ringer“ sind bemerkenswerte Aussagen von Julian Nagelsmann getroffen worden. Nachfolgend finden Sie Auszüge des Gesprächs, die wir um einen kurzen Kommentar ergänzt bzw. in den Unternehmenskontext gestellt haben. Den vollständigen Artikel aus „The Ringer“ finden Sie unter diesem Link.

„… Perhaps they’re not always the best shots, but it’s better to play an attack out to the end and not always lose the ball because you didn’t take the shot and then had to do even more defensive work.“

Kommentar: Es ist besser, Entscheidungen zu treffen und mit den Folgen umzugehen, als keine Entscheidungen zu treffen und sich dem Schicksal zu ergeben bzw. ein Spielball der Geschehnisse (auf den Märkten/im Unternehmen etc.) zu sein. Im Grundsatz geht es darum, ob man bereit ist, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, oder ob man sich in die Position des Getriebenen begeben möchte. Im Fußball ist dies die Mannschaft, die dem Ball hinterher jagt, in der Wirtschaft oder im Unternehmen die Organisation, die nicht aktiv eine Strategie umsetzt und sich dem Markt ausgeliefert fühlt.

„… You shouldn’t make the mistake of looking at football as a science, but there are more diagnostic tools, and the examination of the human body is improving in football … You can develop the person by using scientific aspects in your judgement, but the human is still the focus.“

Kommentar: Es ist wichtig, Daten zu erfassen und sinnvoll zu nutzen. Jedoch stellen diese Daten nur eine zusätzliche Möglichkeit dar, Entscheidungen zu verifizieren bzw. weitere Informationen zu nutzen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Daten ermöglichen bei sinnvoller Nutzung bestimmte Aspekte zu optimieren, bieten allerdings nicht die Grundlage, um Entscheidungen allein auf erhaltener Datenbasis zu treffen. Intuition beispielsweise ist eine menschliche Eigenschaft, die einen wichtigen Beitrag zu Entscheidungen leistet und die nicht durch das Erfassen von Daten obsolet wird.

„…, but the longer you work with a team, the more important the relationship with your players becomes. If you want short-term success, technical knowledge is fine, but for long-term success, you have to have an idea of how to handle people, how to get them working together, how to handle players’ private issues — to clear their minds, to be empathetic is very important. I used the 30–70 percentage, but it can also be 40–60, and it depends on the situation. … It’s always a ratio in favor of social competence, though.“

Kommentar: Um ein Team langfristig und nachhaltig zum Erfolg zu führen, ist nicht primär die fachliche Kompetenz entscheidend, sondern vielmehr die soziale Kompetenz. Ohne Zweifel ist ein gewisses Maß an fachlichem Know-how unabdingbar. Dennoch hat für ein Team die Fähigkeit einer Führungskraft, emphatisch mit den einzelnen Team-Mitgliedern umzugehen, eine wichtigere Bedeutung, wenn es darum geht, über einen längeren Zeitraum erfolgreich miteinander zu arbeiten.

„… You can’t make the mistake as a manager just to think collectively and not to allow the players to show their individuality. 

Nevertheless, for a [smaller] club like ours, it’s important that not just the team but also the entire club works toward one goal. … We can be critical, but we have to be working toward the same goal. …“

Kommentar: Das Team ist wichtig, aber auch jeder Einzelne ist wichtig für den Erfolg eines Teams. Über allem steht jedoch das gemeinsame Ziel und der gemeinsame Erfolg. Gute Führungskräfte geben Individuen den Raum den sie benötigen, um ihre beste Leistung abzurufen und sich im Sinne des gemeinsamen Erfolgs in das Team einzubringen. Eine große Bedeutung hat, dass das gesamte Team (Unternehmen) hinter einem eingeschlagenen Weg steht, um das angestrebte Ziel, den Erfolg, zu erzielen.

„I do try to exchange ideas with managers from other sports. I’ve spoken to handball coaches. I’ve spoken to the manager of the national hockey team a lot. To broaden your horizons and to adopt methods that other successful managers have used is always useful. … You should always be open-minded to such (other) ideas.“

Kommentar: Seinen eigenen Horizont zu erweitern, neue Perspektiven aus beispielsweise anderen Disziplinen kennenzulernen, ist inspirierend für das Bewältigen der eigenen Aufgaben. Es geht nicht darum, blind andere oder neue Methoden zu übernehmen, sondern darum, sich durch weitere Informationen oder eine neue Perspektive weiterzuentwickeln. Offen zu sein für Unbekanntes bzw. sich Neuem nicht zu verschließen, kann die eigene Kreativität und Stärken weiter entwickeln.

Der Artikel über das Gespräch mit Julian Nagelsmann kann auf „The Ringer“ unter folgendem Link in voller Länge nachgelesen werden: https://theringer.com/europes-only-undefeated-soccer-team-is-managed-by-a-millennial-25da7e2bfe81#.gwpmynqhp

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