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Bedeutung des CEO für die „Digitale Transformation“

Die Boston Consulting Group (BCG) hat sich in dem Artikel „A CEO´s Guide to Leading Digital Transformation“ dem Thema gewidmet, wie die „Digitale Transformation“ von Unternehmen gelingen kann. Herausgestellt wurde in dieser Art Leitfaden insbesondere die Bedeutung und Rolle des CEO.

Der Erfahrung der BCG nach hängt der Erfolg der „Digitalen Transformation“ von Unternehmen in hohem Maße von den Führungskräften ab. Aufgrund der einschneidenden Veränderungen welche die Digitalisierung mit sich bringt und den davon abhängigen Zukunftsaussichten von Unternehmen, spielt der CEO eine Schlüsselrolle.

Für die Autoren des Artikels gibt es „fünf goldene Regeln“ die im Zuge der „Digitalen Transformation“ von CEOs befolgt werden sollten. Wir haben uns diese Regeln aus unserer Perspektive angesehen und Beispiele hinzugefügt, die zeigen, dass diese Regeln bzw. Verhaltensweisen im Spitzensport, z. B. im Fußball ebenfalls bereits seit einiger Zeit von einigen Vereinen und Trainern verfolgt werden.

Regel 1

„Learn from the Outside but Stay True to Your DNA“

Für Unternehmen die bereits ein erfolgreiches Geschäftsmodell verfolgen, bedeutet die Digitalisierung nicht, dass dieses Geschäftsmodell von heute auf morgen seinen Wert verliert. Es kann passieren (siehe Uber, Airbnb oder Spotify), sehr viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass das bestehende Geschäftsmodell durch die „Digitale Transformation“ weiter entwickelt werden kann und muss. Möglicherweise entstehen neue Formen der Zusammenarbeit, durch die sich neue Chancen und Gelegenheiten ergeben.

Dabei ist es wichtig, sich mit den Erfolgen der „digital natives“ auseinander zu setzen, um von ihnen zu lernen. Die Arbeitsweisen und Unternehmenskulturen dieser Unternehmen unterscheiden sich zum Teil sehr stark von traditionellen Vorstellungen. Wichtig ist jedoch auch, sich auf den erfolgreichen eigenen Unternehmenskern zu fokussieren und die Verbindung zwischen der Tradition und den digitalen Chancen herzustellen.

Was geschieht, wenn ein erfolgreich eingeschlagener Weg verlassen wird (und man sich zu sehr am „Außen“ orientiert), hat die TSG 1899 Hoffenheim erfahren müssen. Nach einem erfolgreichen Durchmarsch bis an die Spitze der 1. Fußball-Bundesliga mit dem Strategen Ralf Rangnick als Trainer ist die TSG in den folgenden Jahren in den Abstiegsstrudel geraten. Mit dem Weggang von Ralf Rangnick begann eine Abkehr von der ursprünglichen Vision und Idee mit jungen talentierten Spielern einen speziellen Verein mit einer besonderen Philosophie aufzubauen. Es wurden teure ältere bereits erfolgreiche Spieler verpflichtet und damit u. a. das Gehaltsgefüge und die Hierarchie durcheinander gebracht. Am Ende konnte der Abstieg in die 2. Bundesliga knapp vermieden werden.

Mit dem Start von Julian Nagelsmann als Trainer hat die TSG sich auf ihre ursprüngliche Philosophie besonnen und hat nun mit der Chance sich für die Champions League zu qualifizieren den größten Vereinserfolg eingefahren. Man hat sich jedoch nicht nur auf den ursprünglichen Kern, die ursprüngliche Philosophie besonnen, sondern man orientiert sich zudem an den neuesten Trainingsmethoden und -techniken, um sowohl physisch wie psychisch den gegnerischen Mannschaften einen Schritt voraus zu sein. Die mannschaftliche Geschlossenheit und die Hierarchie entspricht wieder der eines Erfolgsteams, was bedeutet, dass Einzelinteressen hinter dem Teamerfolg stehen.

> Siehe auch unseren Blog-Beitrag zu Julian Nagelsmann

Regel 2

„Follow the Map, Trust the Terrain“

Eine Vision und ein Plan sind notwendig, um die „Digitale Transformation“ erfolgreich zu bewältigen. Essentiell ist jedoch die Fähigkeit, Kurskorrekturen während des laufenden Prozesses vorzunehmen. Aus diesem Grund ist es für Führungskräfte sehr wichtig, die Rückmeldungen derjenigen zu hören, die an vorderster Front für die Umsetzung verantwortlich sind. Die Digitalisierung ist weder geradlinig noch ist sie ein Prozess, der „step by step“ verläuft. Viele Entwicklungen verlaufen parallel und zeitgleich.

Im oben genannten Artikel der BCG wird von einer „adaptive Leadership“ gesprochen. Führungskräfte sind darauf angewiesen, regelmäßige (mehrmals im Jahr) Reviews durchzuführen, um in der Lage zu sein, rechtzeitige Korrekturen am eingeschlagenen Kurs vorzunehmen. Aus diesem Grund ist der fließende Informationsaustausch zwischen den Hierarchien eine wichtige Bedingung, um Fehlentwicklungen schnell – jedoch ohne Hast – korrigieren zu können.

Eine „adaptive Leadership“ wird auch von erfolgreichen Trainern angewendet. Früher hatten Mannschaften in der Fußball-Bundesliga ein Konzept und eine Taktik, um gegnerischen Mannschaften den eigenen Stempel aufzudrücken. Das Ziel war, die eigene Spielweise dem Gegner aufzudrängen (oder die Spielweise des Gegners effektiv zu stören), um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Heute sieht das bei den Top-Mannschaften anders aus. Trainer wie Pep Guardiola, Thomas Tuchel oder erneut Julian Nagelsmann sind mit ihren Teams in der Lage, auf veränderte Spielsituationen zu reagieren. Das heißt, Mannschaften dieser Trainer gehen mit einem Plan in ein Spiel, sollte dieser Plan jedoch nicht funktionieren, sind diese Mannschaften in der Lage, Korrekturen vorzunehmen und auf geänderte Spielsituationen zu reagieren.

Diese Korrekturfähigkeit erfordert einen hohen Trainingsaufwand, der über die frühere Fixierung auf eine Stärke eines Teams hinausgeht. Eine detaillierte Taktikschulung und eine innere Bereitschaft flexibel auf neue Situationen zu reagieren, sind für heutige Fußballprofis Skills, die sie in die Lage versetzen, auf internationalem Top-Niveau zu spielen. Am Ende entscheidet natürlich immer noch, wer das eine Tor mehr erzielt. Jedoch ist einer der Schlüssel um Meisterschaften kämpfen zu können, die Fähigkeit von Trainern (und am Ende von Spielern) Kurskorrekturen im Spiel der eigenen Mannschaft vorzunehmen und erfolgreich umzusetzen.

> Die weiteren Regeln 3 – 5 werden in einem separaten Beitrag beleuchtet.

> Der Original-Artikel der Boston Consulting Group ist hier zu finden.

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